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Review: Mr. Driller DrillLand

Review: Mr. Driller DrillLand

Die Mr. Driller Reihe kann auf eine lange Historie zurückblicken. 1999 als Arcade-Game auf die Welt gekommen und sein Heimkonsolen-Debut auf der Playstation 1 gefeiert, kann das Bohrpuzzle-Spiel mittlerweile auf über 10 Titel auf den verschiedensten Plattformen blicken. Ein Ableger, nämlich Mr. Driller DrillLand, kam 2002 in Japan (und nur in Japan) auf dem Gamecube raus und wurde 2020 neu für die Nintendo Switch aufgelegt. Doch kann ein 18 Jahre altes Puzzlespiel immer noch begeistern?

Fünf Mal Mr. Driller

Mr. Driller DrillLand erzählt auf charmante Art eine Geschichte, die für das Spiel an sich komplett irrelevant ist und nur als Grundlage bzw. Erklärung für das Gameplay dient. Kurz zusammengefasst: ein Freizeitpark, mehrere hundert Meter unter der Erde, der fünf verschiedene Bohr-“Attraktionen” bietet, hat eröffnet und der zwielichtige Parkbesitzer lädt Mr. Driller und seine Freunde ein, um eben diese Attraktionen zu bewältigen. Die fünf Themen dienen dabei als Level, zwischen denen ihr frei auswählen könnt. Das Geschehen wird dabei immer mal wieder von sympathisch gezeichneten Zwischensequenzen aufgelockert, die die eher unwichtige Geschichte auf charmante Art begleiten und sich so eine Daseinsberechtigung verdient haben.

Die (eher unwichtige) Geschichte wird durch quietschbunte Zwischensequenzen erzählt.

Das grundlegende Gameplay von Mr. Driller lässt sich wohl am ehesten als Geschicklichkeitspuzzler bezeichnen. Mit dem namensgebenden Held müsst ihr euch von der Oberfläche immer tiefer in die Erde bohren und dabei farbige Blöcke aus dem Weg räumen. Dabei solltet ihr jedoch beachten dass es passieren kann (und ganz sicher wird), dass sich Steine oberhalb der Spielfigur durch die Bohrungen lösen und auf euch drauf fallen – je nach Modus bedeutet dass dann den Verlust eines Lebens. Zusätzlich müsst ihr auch noch auf eure Sauerstoffreserven achten, denn die werden im Laufe der Expedition immer knapper und müssen durch das Aufsammeln von Luftkapseln wieder aufgefüllt werden. Dadurch ergibt sich ein Mix aus Taktik und Schnelligkeit im Gameplay, da ihr natürlich versuchen solltet den gefahrlosesten Weg zu suchen, ihr euch auf Grund der Sauerstoffsituation auch nicht ewig Zeit lassen könnt.

Dieses Bild zeigt das klassische Mr. Driller Gameplay, das auch damals in den Arcaden genutzt wurde.

Nun wird eben dieses Coregameplay in DrillLand durch die fünf unterschiedlichen Welten aufgebrochen und teilweise völlig neu interpretiert. Doch welche Attraktionen gibt es im Bohra Bohra Freizeitpark überhaupt? Da gibt es die World Drill Tour, die das oben genannte Gameplay bietet. Im Star Driller können zufällige Items eingesammelt werden, die beispielsweise Asteroiden auf das Spielwelt werfen. Das Drindy Adventure ist an Indiana Jones angelehnt und fordert vom Spieler das Sammeln von 10 Statuen, wobei immer wieder Fallen wie Stacheln, Feuer oder Felsbrocken getriggert werden. Außerdem lassen sich keine Kombos von drei und mehr Blöcken ausführen. Wer es gruselig mag besucht das Horror Night House, bei dem Mr. Driller 20 Kristalle finden und sich dabei mit Geistern herumschlagen muss, die durch heiliges Wasser besiegt werden können. Und im The Hole of Druaga (eine Hommage an Tower of Druaga, einem alten Namco Klassiker) befindet sich ein toll umgesetzter Dungeon-Crawler, den es in dieser Art wohl noch nie in einem eigentlich reinen Puzzle-Spiel gab.

Vor jeder Welt gibt es eine Einführung, die euch die alternativen Regeln näher bringt.

Wie ihr schon merkt hat es Bandai Namco geschafft, aus dem eigentlich simplen Spielprinzip einen wirklich abwechslungsreichen Puzzler zu kreieren, der durch seine unterschiedlichen Modi für lange Zeit an den Bildschirm fesselt. Denn ihr könnt nicht nur zwischen den verschiedenen Welten wählen, die übrigens immer aus fünf Leveln bestehen, sondern habt vorher auch noch die Möglichkeit, zwischen zwei Schwierigkeitsgraden zu entscheiden. Besonders der zweite, der das Originalspiel von 2002 abbildet, kann dabei sehr fordernd sein und dadurch für noch längere Spielzeit sorgen, die jedoch nie unfair wird oder man das Gefühl hat, dass das Spiel dadurch nur gestreckt wird.

Auf der Worldmap sucht ihr euch euer nächstes Ziel aus.

Daneben gibt es auch noch einen Offline-Multiplayer mit bis zu vier Spielern, bei denen ihr entweder als Erster am Ziel sein oder eine bestimmte Anzahl an Medaillen vor den anderen Kontrahenten finden müsst. Für kompetitive Spieler, die lieber online unterwegs sein wollen, gibt es eine Rangliste, in der ihr eure Zeiten mit Spielern weltweit vergleichen könnt. Einen Online-Multiplayer als Pendant zu den lokalen Modi gibt es leider nicht – falls ihr also keine Freunde in der Nähe haben solltet, die ihr für Mr. Driller begeistern könntet, seid ihr auf euch allein gestellt und Mr. Driller DrillLand wird zwangsweise zum Singleplayer-Titel. Durch die Highscore-Hatz bleibt das Spiel aber auch für Solisten durchaus interessant, wenn man sich für so eine Art der Motivation begeistern kann.

Zeitlose Technik

Auch wenn das Grundgerüst der Technik von 2002 ist und für die Switch nur auf 720p (Handheld) bzw. 1080p (Docked) optimiert wurde: Mr. Driller DrillLand sieht auf Grund seines zeitlosen Grafikstils auch heute noch sehr gut aus. Handgezeichnete 2D-Sprites bewegen sich durch quietschbunte Level, die Zwischensequenzen sind durch charmant animierte Panels auch heute noch sehenswert. Dazu kommen flüssige 60 FPS, die das Spielgefühl noch geschmeidiger machen.Auch musikalisch weiß Mr. Driller DrillLand zu überzeugen. Der kunterbunte Grafikstil wird durch einen dazu passenden Musikstil unterstützt, so dass das ganze Spiel tatsächlich wie ein Freizeitpark wirkt. Mr. Driller DrillLand bietet deutsche Texte mit japanischer Sprachausgabe.

Auch die Steuerung reagiert gut und nimmt die Eingaben sofort und präzise an. Auch in hektischen Momenten, in denen es durch herabfallende Steine auf Sekundenbruchteile ankommt, kann man sich auf die Inputs verlassen. Mir ist es auf jeden Fall nicht passiert, dass ich durch eine nicht registrierte Eingabe ein Leben verloren habe.

Fazit

Wer sich für Puzzle- und Geschicklichkeitsgames begeistern kann, der sollte sich Mr. Driller Drill Land ohne zu zögern zulegen. Durch das Aufbrechen des klassischen Gameplays durch allerlei Varianten ergibt sich eine Menge Spielspaß, der durch die Jagd nach Highscores immer wieder neu entfacht wird. Doch auch Spieler, die mit dem Genre eigentlich nicht viel anfangen können sollten über eine Anschaffung nachdenken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man Mr. Driller DrillLand für eine Runde zwischendurch anwirft und dann Stunden drin versackt. Der einzige Wermutstropfen ist der fehlende Online-Multiplayer, ansonsten gibt es an diesem Spiel nicht viel zu kritisieren und wir Europäer können froh sein, dass sich Bandai Namco entschieden hat, dieses damalige Japan-exklusive Spiel auch zu uns zu bringen.

8.7

Gameplay

9.0/10

Grafik

8.5/10

Sound

8.5/10

Umfang

8.9/10

Pros

  • Klassiches und neues Mr. Driller Gameplay
  • Viele verschiedene Modi
  • Online-Rangliste

Cons

  • Kein online Multiplayer
Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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