Pixel Pott
Xbox

Review: NINJA GAIDEN: Master Collection

Review: NINJA GAIDEN: Master Collection

Heutzutage gelten die Souls Spiele ja oft als das Maß aller Dinge, was Schwierigkeitsgrad in Videospielen angeht. Langjährige Zocker wissen allerdings, dass die Ninja Gaiden Reihe mindestens genauso hart sein kann und schon etliche Controller weltweit auf dem Gewissen hat. KOEI Tecmo bringt den Schrecken der Schwierigkeit in Form der NINJA GAIDEN: Master Collection nun auf die Playstation 4, Xbox One, Nintendo Swrtch und den PC – enthalten sind Ninja Gaiden Sigma, Ninja Gaiden Sigma 2 und Ninja Gaiden 3: Razor’s Edge. Doch kann das knallharte Hack ‘n’ Slay auch heute noch begeistern oder hinkt die Collection seiner Zeit hinterher?

Gameplay over Story

Für Menschen, die mit der Ninja Gaiden Reihe kaum bis gar nichts anfangen können, hier ein sehr kurzer Recap: ihr steuert Ryu Hayabusa, seines Zeichens Mitglied eines Ninja Clans und gleichzeitig auch die letzte Hoffnung der Menschheit im Kampf gegen aufziehende Dämonen- und gegnerischen Clanherden. Die Story ist dabei bestenfalls zweckmäßig und versucht erst gar nicht, irgendwie anspruchsvoll Themen anzuschneiden oder besonders tiefgründig zu sein – hier geht es einfach um den Kampf “Gut gegen Böse”, simpel wie generisch.

Die Story wird in kurzen Zwischensequenzen erzählt. Der wirkliche Star des Spiels ist aber das actionreiche Gameplay.

Doch die Geschichte dient eh nur als Vehikel um Ryu so viele Gegnermassen so blutig wie möglich abschlachten zu lassen. Und auch 14 Jahre nach Release von Ninja Gaiden Sigma, dem ersten Teil der Collection, muss man sagen: es macht immer noch unheimlich Spaß. Und es ist immer noch unglaublich schwer. Ihr schnetzelt euch im Laufe der Abenteuer mit immer besser werdenden Waffen und Zaubern durch das dämonische Fleisch, verkettet Kombos und blockt und weicht im richtigen Moment aus. Selbst der normale Schwierigkeitsgrad fordert euch dabei schon gut und wird teilweise fast schon unfair – gute Nerven sind dementsprechend Voraussetzung. Hin und wieder gibt es einige simple Rätsel oder Sammelaufgaben zu lösen, der Hauptanteil liegt aber nun mal bei den sehr stimmungsvollen und brutalen Kämpfen.

Neben eurem Schwert oder anderen Klingenwaffen könnt ihr auch Zauber lernen, die Ki verbrauchen und demnach nicht unendlich einsetzbar sind. Dieses Zusammenspiel aus Nahkämpfen und Magieattacken funktioniert super und wirkt bei richtiger Ausführung wie aus einem Guss. Mit der dabei gesammelten Währung könnt ihr euch bei Händlern Items kaufen oder eure Ausrüstung aufleveln.

Hier vollführt Ryu einen seiner gefürchteten Finisher – mit rotem Saft geizt Ninja Gaiden auf jeden Fall nicht.

Diese Gameplaymechaniken setzen sich in allen drei Teilen fort, spielerische Abwechslung sucht man in dieser Collection zwischen den Titeln daher eher vergeblich. Das ist aber an sich auch kein Problem, da das Coregameplay an sich schon abwechslungsreich und spaßig ist und bis zum Ende zu motivieren weiß. Für alle drei Kampagnen braucht ihr ca. 30h, eventuell etwas mehr je nachdem, wie man mit dem Schwierigkeitsgrad zurecht kommt.

Und so gut wie die Teile auch heute noch sind und einiges an Spielspaß bieten, so muss man eine Sache dennoch ansprechen, die gerade für Hardcore Ninja Gaiden Fans störend sein könnte. Laut Aussage von KOEI Tecmo ist der originale Quellcode für Ninja Gaiden 1 und 2 verloren gegangen, so dass man in dieser Collection die Sigma Teile 1 und 2 vorfindet. Dies mag auf den ersten Blick nicht weiter schlimm sein, da Ninja Gaiden Sigma als verbesserte Version angepriesen wird, einiges an Content aber gestrichen und auch der Schwierigkeitsgrad entschärft wurde. Besonders der zweite Punkt dürfte Neueinsteiger nicht wirklich stören, für Puristen und Liebhaber der “echten” Teile dürfte dieser Punkt jedoch sauer aufstoßen. Dafür gibt es neue Charaktere zu spielen und alternative Missionen zu absolvieren – es ist so ein wenig das “Ein Schritt vor, ein Schritt zurück”-Prinzip. Es wurden Dinge gestrichen und Dinge hinzugefügt, eine Version mit ALLEN Inhalten gibt es leider nicht.

Ich möchte nicht sagen, dass die Sigma Teile schlechter als die originalen Titel sind, da ich selber nicht so tief in der Ninja Gaiden Materie stecke als das ich mir ein qualifizierten Urteil über die Änderungen bilden könnte, man braucht aber nur mal einen Blick auf reddit und Co. werfen, um sich den Unmut der “richtigen” Fans anschauen zu können.

Für mich passt das Gameplay und die Änderungen aber soweit, dass ich meinen Spaß mit der Collection haben konnte, ohne den originalen Titeln hinterher weinen zu müssen. Dennoch gibt es einige Punkte, die auch schon damals störend waren und es auch diesmal noch sind. Da wäre wie gesagt der teilweise unfaire Schwierigkeitsgrad, der sehr gut an den Nerven zerren kann und der von einem anderen Punkt stark bedingt wird: die Kameraführung. Es kommt trotz justierbarer Kamera sehr oft vor, dass das Spielgeschehen nicht optimal eingefangen wird und man so unnötig Schaden nimmt, der mit einer gut funktionierenden Kamera eventuell gar nicht aufgekommen wäre.

Im Laufe eures Abenteuers lernt immer mehr mächtige Zauber – einer der ersten ist die Kunst des Infernos.

Technisch nichts neues

Das führt mich auch direkt zu einem anderen Thema: die Spiele sind nicht wirklich optimiert worden. Klar, es wurde etwas an der Schärfe der Texturen getan und die Spiele laufen mit flüssigen 60 FPS über den Bildschirm, ansonsten war es das aber auch schon mit den Verbesserungen. Man sieht, dass das Spiel für die PS3/Xbox 360 released wurde und in dieser Collection nur Feinheiten optimiert wurden, im Prinzip ist es auch technisch auf dem Stand der ursprünglichen Versionen.

Das ist für mich aber kein negativer Punkt, da das Spiel auch heute noch gut anzuschauen und ziemlich gut gealtert ist. Durch die 60 FPS läuft es auch schön flüssig und lässt dadurch noch bessere Spielbarkeit zu, die bei der Härte des Spiels aber auch nötig ist.

Was mich etwas enttäuscht hat war jedoch die Präsentation der Collection an sich. In der Deluxe Edition gibt es zwar Artworks und Soundtracks, was an sich eine nette Sache ist, ich hätte mir aber eine schönere Darstellung gewünscht. Die Spiele werden (in meinem Fall auf der Xbox Series X) einfach einzeln heruntergeladen und in die Bibliothek gepackt, es gibt kein schickes Auswahlmenü für die Spiele und den Bonusinhalten, jedes Spiel wird einfach separat gestartet als hätte man sie einzeln erworben. Da wäre es schönes Menü wie z.B. bei der Capcom Arcade Stadium Sammlung ansprechender und “wertiger” gewesen – schade.

Fazit

Die NINJA GAIDEN: Master Collection richtet sich vornehmlich an Spieler, die die Ninja Gaiden Reihe zum ersten Mal spielen wollen oder auch damit leben können, ihre Sammlung mit den Sigma Teilen zu füllen. Für diese Spieler spreche ich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aus, wenn man sich denn mit den Gaiden Spielen und deren hohen Schwierigkeitsgraden anfreunden kann – denn trotz kleiner Schwächen sind die Titel bis heute auch noch sehr gut spielbar. Puristen, die die alten Teile in ihrer Urfassung spielen wollen, würde ich eher dazu raten, sich Ninja Gaiden 1 – 3 separat zu kaufen. Etwas schade ist die ziemlich lieblose Präsentation der Collection, da wäre durchaus mehr drin gewesen. Hack ‘n’ Slay Fans im Stile von Bayonetta oder der “alten” God of War Trilogie sollten auf jeden Fall einen Blick wagen.

8.1

Gameplay

8.9/10

Grafik

7.5/10

Sound

7.9/10

Umfang

7.9/10
Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen