Die Welt der Pixelkicks. Heute: Let’s Make A Soccer Team

EntwicklerSmilebit
PublisherSega
PlattformPlaystation 2
25. August 2006
29. März 2006

Sega nie wirklich einen Namen bei uns in Europa gemacht, wenn es um die Veröffentlichung von Fußballspielen ging. Klar, wir hatten hier mal ein Virtua Striker oder da mal ein Sega Soccer Slam, aber außerhalb von kurzweiligen Arcade-Kicks ist hier nicht viel los gewesen. Doch 2006 wollten die Japaner uns einmal demonstrieren, dass sie es 1. auch anders und 2. auch besser als die Konkurrenz können. Und so wurden wir Zeuge eines Releases, das bis heute kaum jemand kennt, aber als eines der besten Managerspiele auf der Konsole gilt: Let’s Make A Soccer Team.

Let’s Make A Soccer Team (kurz LMAST) lässt sich wohl am besten als Manager-RPG bezeichnen und ist Teil der in Japan beliebten Pro Soccer Club o Tsukurō! Reihe, die auf diversen Plattformen erschienen ist. Anders als in Europa war der PC Markt in Japan nicht so dominant, dort wurde eher auf Handhelds und Konsolen gesetzt, so dass die Platzhirsche der Managersimulationen – Anstoß, Football Manager bzw. Championship Manager und natürlich auch der Fussball Manager – dort ziemlich irrelevant waren und der Fokus mehr auf Konsolen-Manager gelegt wurde. Mit der Veröffentlichung von PES Management wurde der Weg für Fußballmanager auf der Playstation 2 in Europa geebnet und Sega wollte nun auch einen Fuß in die Tür bekommen. Leider waren die Managerspiele so stark auf dem PC verortet und Konsolen eher für Fußballspiele genutzt, bei denen man die Spieler aktiv steuert, so dass LMAST eher unter dem Radar flog. Dabei hat das Spiel eine viel größere Aufmerksamkeit verdient, auch heute noch. 

In Let’s Make A Soccer Team erstellt ihr euer Team und startet in der zweiten Liga eurer gewählten Nation. Teilweise gibt es auch originale Lizenzen, aber auch die nicht lizenzierten Mannschaften kann man gut zuordnen und erkennen, da sowohl Team- als auch Spielernamen und Teamfarben Rückschlüsse auf die echten Vorlagen zulassen. Neben den gewohnten Aufgaben, die man aus vielen anderen Managerspielen kennt, bekommt ihr es hier aber wie schon erwähnt auch mit RPG- bzw. Story-Elementen zu tun. So habt ihr mit einem Antagonisten namens William Alwyn zu kämpfen, der euren Club unbedingt aufkaufen möchte und dies bei anhaltender Erfolglosigkeit auch schlussendlich tun wird, was für euch in letzter Konsequenz Game Over bedeutet. Der Start des Spiels ist etwas zäh, je weiter man jedoch spielt, umso mehr entfaltet LMAST seine Sogwirkung und entwickelt dieses „Ein Spiel geht noch“-Phänomen, bei dem dann schnell auch mal zwei Stunden wie im Flug vergehen und die halbe Saison schon wieder gespielt wurde. Dafür sorgen auch Mikromanagement-Aufgaben wie der Ausbau des Stadions und des Vereinsgelände, der Verkauf von Fanartikeln oder das individuelle Training von einzelnen Spielern. Dabei wird allerdings nie vergessen, dass man sich auf der Konsole befindet, es ist als nicht unnötig sperrig oder umständlich zu steuern. Auch die taktischen Möglichkeiten, die einem LMAST bietet, kommen natürlich nicht an dem Branchenprimus Football Manager heran, aber sie reichen allemal, um mit der eigenen Mannschaft und Philosophie zu experimentieren und neue Dinge auszuprobieren. Ob die Taktik dann schlussendlich aufgeht, lässt sich im abgespeckten 2D- oder dem ausführlichen 3D-Modus begutachten. Die größten Kritkpunkte sind gelegentliche Pamphlete, durch die man sich lesen und klicken muss und schon Visual Novel Charakter besitzen und die generell etwas langsamer Navigation durch die einzelnen Menüs.

Wer auf der Suche nach einem unkonventionellen Fußballspiel ist, das nicht jeder kennt und ein auf Konsolen eher stiefmütterlich behandeltes Genre sehr interessant und auch gut umsetzt, der sollte sich LMAST gerne mal anschauen. Nicht umsonst hat das Spiel eine bis heute aktive Community.

Über Pat 170 Artikel
Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*