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Review: Deux Ex: Mankind Divided – Hybrid auf allen Wegen

Review: Deux Ex: Mankind Divided – Hybrid auf allen Wegen

Die Deux Ex Spiele waren schon immer für ihre Vielseitigkeit und der spannenden Story bekannt – leider habe ich bis auf den ersten Teil nie einen anderen Ableger der Reihe gespielt. Nach einigen Lobeshymnen auf Mankind Divided wollte ich dem Shooter-Rollenspiel-Gemisch selber mal auf den Zahn fühlen und schauen, ob und wie sehr mich das Spiel packen kann. Hat Eidos mich auch zu einem Fan gemacht? Finden wir es heraus!

In der von Eidos kreierten Zukunft werden Menschen nicht mehr nach Religion oder Ethnien separiert, es zählt nur noch ob man augmentiert ist oder nicht. Augmentierte sind Menschen, bei denen mit Körperteile und -funktionen mit technischen Mitteln aufgepimpt worden sind – Retinaaugäpfel, Klingenarme oder Turbobeine sind in der Zukunft kein Wunschdenken mehr. Diese Augmentierungen sorgen aber auch für Misstrauen bei “normalen” Menschen, so dass Konflikte vorprogrammiert sind. Als es dann auch noch zu Terrorangriffen auf die zivile Bevölkerung kommt wird Agent Jensen, selbst ein optimierter Typ, eingesetzt, um einer großen Verschwörung auf die Spur zu kommen. Dabei muss er feststellen, dass ein Bürgerkrieg zwischen Normalos und Optimierten einigen mächtigen Leuten sehr gut in Karten spielen würde.

Die Story von Deus Ex: Mankind Divided ist spannend erzählt und bietet einige Storytwists, die nicht super überraschend daher kommen, dennoch kleine Oho-Effekte bieten. Da ich den direkten Vorgänger nicht gespielt habe waren manche Charaktere für mich zu Beginn unbekannt – das Spiel bietet jedoch die Möglichkeit, sich eine ca. 15 min Zusammenfassung über Human Revolution anzuschauen, ein nettes Feature! Aber auch ohne diesen Rückblick blickt man schnell durch die Charakterprofile und -verbindungen durch und kommt ziemlich schnell in die Geschichte rein.

Das Gameplay ist wie Agent Adam Jensen: ein Hybridwesen. Bei so gut wie jeder Mission hat man die Möglichkeit, verschiedene Wege einzuschlagen um das Ziel zu erreichen. Ich habe oft eine Mischung aus Stealth und offener Ballerei gewählt, man kann es aber auch komplett unentdeckt schaffen und einige Dinge sogar mit Diplomatie regeln. Durch Erfahrungspunkte, die man durch bestimmte Aktionen wie Headshots, erfolgreich gehackte Computer oder nicht-tödlichen Knockouts gewinnt, kann man Jensen mit verschiedenen Fähigkeiten ausstatten, die man dem jeweiligen Spielstil anpassen sollte. Da ich wie erwähnt auch unsichtbar agieren wollte habe ich mir z.B. gute Hackingskills verpasst, um Sicherheitskameras ausschalten zu können. Es gibt aber für jeden Stil die passenden Augmentierungen, die man dann auch noch weiter aufleveln kann. Insgesamt ist das Skillsystem nicht super tiefgründig, erfüllt gerade für einen Shooter dennoch seinen Sinn.

Die Shootermechanik in Deus Ex erfindet das Rad nicht neu. Es gibt ein nettes Deckungssystem, in der das Spiel dann in die 3rd-Person Ansicht schaltet, Waffen lassen sich modifizieren (Schalldämpfer, verschiedene Munitionstypen, etc.) und man kann tödliche und nicht-tödliche Takedowns durchführen. Ansonsten wird einem, zumindest was die Ballerei an sich angeht, nicht wirklich was neues präsentiert. Für mein Empfinden war der “laute” schwieriger als der “leise” Weg, da Jensen nicht so viel einsteckt und man daher eher versuchen sollte, einen Gegner nach dem anderen unbemerkt auszuschalten.

Neben der Hauptquest gibt es auch die ein oder andere Nebenaufgabe, die nett gescriptet sind und das Spiel hin und wieder bereichern – gebraucht hätte ich sie aber nicht unbedingt, da hätte man ruhig etwas in die Mainquest investieren und das Spiel so etwas länger machen können, ohne künstlich mit Nebenzielen zu strecken. Es gibt einiges zu sammeln, neben Munition, Waffen und irgendwelchen Gadgets gibt es auch viel in Form von Logs und Zeitschriften zu lesen. Gegner können gelootet, Schränke durchsucht oder E-Mail-Konten gehackt werden.

Ich weiß gar nicht so recht, was ich noch zu Deus Ex: Mankind Divided schreiben soll, da das Spiel zwar schon Spaß machte, es allerdings nicht so wirklich Dinge gab, die im Gedächtnis geblieben sind. Es ist ein durchaus gutes Spiel und ich bereue auch nicht, es durchgespielt zu haben. Irgendwie fehlt mir aber der Funken, der die Begeisterung in mir entzündet. Mit einem prozentualen Wertungssystem würde ich bei ca. 83%-85% liegen, Abzüge gibt es von mir wegen der etwas zu schnell erzählten und vor allem plötzlich endenden Geschichte und dem teilweise ermüdenden Sammeln von Leseitems wie PDAs oder E-Mails. Das Gameplay hat mir wirklich Spaß gemacht, gerade die Mischung aus ein wenig RPG, viel Action und viel Schleicherei hat durchaus Laune gemacht. Mit einer besseren Story wäre da meiner Meinung nach viel mehr möglich gewesen, für mich teilt das Spiel ein wenig das Metal Gear Solid: Phantom Pain Schicksal – Gameplay hui, Story so lala.

Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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