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Review: Samurai Warriors 5

Review: Samurai Warriors 5

Sie haben es wieder getan: mit Samurai Warriors 5 erwartet uns das nächste Musou-Spiel aus dem Hause Omega Force/KOEI Tecmo, diesmal für die Playstation 4, die Xbox One, die Nintendo Switch und den PC. Als Ableger der Dynasty Warriros Reihe gestartet genießt die Serie auch einen guten Ruf unter Musou-Fans und weiß seit der PS2-Ära zu überzeugen. Doch kann auch der mittlerweile fünfte Teil auf dem Schlachtfeld überzeugen? Oder geht dem Spielprinzip so langsam die Puste aus?

Historisch ausgeschmückt

Samurai Warriors 5 spielt in der Sengoku-Epoche Japans und erzählt hauptsächlich die Geschichte von Oda Nobunaga und seinen Heldentaten, die er auf und neben dem Schlachtfeld vollbracht haben soll. Ihr trefft dabei auch auf andere historische Personen wie beispielsweise Akechi Mitsuhide oder Uesugi Kenshin, die sowohl die Story vorantreiben als auch im Verlauf des Spiels selber spielbar werden. Falls ihr euch im historischen Japan auskennen solltet und euch die Sengoku-Periode ein Begriff sein sollte, dann wisst ihr auch schon wie Samurai Warriors 5 enden wird. Generell ist die Geschichte zwar zweckmäßig, aber kein wirkliches Highlight von Samurai Warriors 5. Dafür wird sie aber umso schöner erzählt, denn neben klassischen Zwischensequenzen, die sowohl gerendert als auch in Spielgrafik abgespielt werden, und Portraitdialogen werden einige Abschnitte auch in einem gezeichneten Artstyle dargestellt, der dem ganzen einen künstlerischen Aspekt verleiht und gut zum restlichen Stil von Samurai Warriors 5 passt.

Der Art-Style der Zwischensequenzen ist sehr stimmig und passt zum gesamten Spiel.

Knapp 20 Stunden Musou-Action bietet der Story-Modus, je nachdem wie viele Sidequests man beenden will und wie viel Zeit man in den verschiedenen Anpassungsbildschirmen verbringt – für mich war die Länge absolut in Ordnung, zumal man mit dem Zitadellen-Modus prinzipiell unzählige weitere Stunden in dem Spiel verbringen kann. Doch was ist der Zitadellen-Modus überhaupt und was macht das grundsätzliche Gameplay von Samurai Warriors 5 aus?

In Samurai Warriors 5 wird trotz großer Schlachten und unzähligen Gemetzeln viel gesprochen und das durchgehend auf japanisch. Das tut der Atmosphäre sehr gut, kann während des Spiels aber auch anstrengend werden, da man dann sowohl mit dem Lesen der Untertitel (sofern keine Japanischkenntnisse vorhanden sind) als auch dem Geschehen auf dem Schlachtfeld beschäftigt ist. So kann die ein oder andere Dialogzeile dem hektischen Gameplay zum Opfer fallen.

Masse und Klasse(n)

Samurai Warriors 5 ist wie mehrfach erwähnt ein klassisches Musougame. Ihr alleine oder mit Mitstreitern, die teilweise auch von einem Freund gesteuert werden können, wagt euch auf ein Schlachtfeld von unterschiedlicher Größe und müsst euch dann zu Fuß oder auf einem Pferd reitend gegen unzählige Gegnerhorden beweisen und dabei Ziele erfüllen, die von Stellung halten über Hauptmann töten bis hin zu Eskortierungsmissionen lauten. In regelmäßigen Abständen stellen sich euch dabei (Zwischen)Bosse in den Weg, die euch durch Spezialattacken das Leben schwer machen und auch mehr Schläge als der durchschnittliche Feindsoldat vertragen. Wir reden dabei von Gegnermassen, bei denen selbst die Total War Teile ins Staunen geraten könnten – zumindest für ein Hack’n’Slay. Das geht natürlich manchmal zu Kosten der Übersicht, so dass es schon vorkommen kann, dass man die Orientierung verliert oder man seine Figur unter all den anderen NPCs suchen muss.

Zwischen all den Gegnermassen kann es hin und wieder unübersichtlich werden – für ein Musou aber nichts außergewöhnliches.

Um euch der lästigen Gegner zu erwehren stehen euch ein leichter und ein schwerer Schlag zur Verfügung, eine vernichtende Musou-Attacke, die erst aufgeladen werden muss als auch Spezialmanöver, die ihr euren Charakteren vor der Schlacht zuweisen könnt. Das sieht erst einmal überschaubar aus und das ist es auch, was dem Spiel zumindest aus kämpferischer Sicht ein wenig den Tiefgang nimmt. Die ausrüstbaren Spezialattacken bringen da spielerisch noch die meiste Variation rein. Für Fans von superkomplexen Kombos ist das Kampfsystem von Samurai Warriors 5 daher eher nicht zu empfehlen.

Doch was den Kämpfen an Varianz fehlt, das holt der Individualisierungspart zwischen den Schlachten wieder raus. Ihr könnt eure Charaktere aufleveln und mit verschiedenen Skillpunkten ausstatten, ihr könnt wie erwähnt Specialmoves zuweisen, ihr könnt neue Waffen sammeln, herstellen und ausrüsten, ihr könnt die Waffen leveln, ihr könnt neue Reittiere anschaffen und diese ebenfalls verbessern – kurz: das „Party“management kann zeitfressender als das eigentliche Spiel werden, falls man das Optimum aus seiner Truppe herausholen möchte. Es kann aber gleichzeitig auch frustrierend werden, wenn man zum zigsten Mal die selbe Waffe findet und lootmäßig nicht vorankommt.

Zu Beginn ist der Skilltree hauptsächlich grau – je weiter ihr kommt, desto mehr Fähigkeiten lassen sich freispielen.

Bei 27 spielbaren Charakteren mit unterschiedlichen Skills und Waffen bietet Samurai Warriors 5 genügend Content, um die komplette Spielzeit über interessant zu bleiben, besonders da es mit dem vorher erwähnten Zitadellen-Modus eine Art Tower-Defense/King of the Hill Modus gibt, bei dem ihr mit einem Mitstreiter haufenweise Gegnerwellen abwehren und eure Basis vor der Übernahme schützen müsst. Das kann nach dem Story-Modus weiter motivieren, besonders durch den Umstand, dass beide Modi miteinander verknüpft sind und beispielsweise Erfolge in der Story freischaltbaren Content im Zitadellen-Modus ermöglichen.

Während der Kämpfe kann es wie gesagt teilweise unübersichtlich werden, was natürlich dem Genre geschuldet ist. So wisst ihr manchmal nicht, von wo man jetzt überhaupt angegriffen wird oder sucht unter dem ganzen Klingenfutter (denn was anderes sind die Standardgegner nicht) euren zu erledigenden Hauptmann. Die Areale sind zwar, soweit es die Geschichte halt hergibt, abwechslungsreich, teilweise aber auch ziemlich detailarm. Das hat wahrscheinlich aber auch einen technischen Hintergrund, damit man möglichst viele Gegner ohne große Leistungseinbußen platzieren kann. Wie schlägt sich Samurai Warriors 5 technisch denn überhaupt?

Licht und Schatten

Grafik und Performance sind ein zweischneidiges Katana. Ich habe das Spiel auf der Nintendo Switch gespielt und bin generell erstmal überrascht, dass die Switch die Ansammlung an Pixelopfern so hinbekommt. Jedoch merkt man, dass die Konsole schon an ihre Grenzen stößt und es daher auch zu Framerate-Einbrüchen kommen kann – im Handheld-Modus mehr als im Docked-Modus. Die Gegnermodelle von den normalen Gegnern sind nicht groß ausgearbeitet und sehen wie Klonkrieger aus, storyrelevante Gegner können da mehr überzeugen. Ebenso sieht es bei den Animationen aus: Standard-NPCs würde ich nicht als rund animiert bezeichnen, Spezialattacken oder Musou-Angriffe sehen bei Hauptfiguren dafür umso schöner aus. Man merkt einfach, dass die Entwickler aus dem Hause Omega Force an so vielen Orten wie möglich Ressourcen sparen wollten, um möglichst viele Gegner auf den Bildschirm platzieren zu können. In den Ingame-Zwischensequenzen wirken die Texturen daher manchmal matschig und die Umgebung ist nicht immer detailliert. Und trotz dieser ganzen Kritikpunkte sieht es trotzdem irgendwie stimmig aus, gerade die Cel-Shading Cutscenes reißen einiges wieder heraus.

An der akustischen Untermalung gibt es hingegen wenig zu meckern. Der Soundtrack überzeugt durch eine Mischung aus japanisch-klassischer und rockiger Musik, die Kampfgeräusche wirken wuchtig und auch die japanischen Sprecher tragen viel zur Atmosphäre bei, alles in allem ein sehr rundes Paket.

Das komplette Spiel kommt mit deutscher Übersetzung daher – nur die Sprachausgabe ist ausschließlich japanisch.

Fazit

Grafisch ist mehr drin und auch das Gameplay ist zumindest in den Kämpfen nicht unbedingt tiefgreifend und dennoch weiß Samurai Warriors 5 zu überzeugen. Das liegt an den unkomplizierten und kurzweiligen Schlachten, den tollen Cutscenes und einem großen Haufen Content. Ihr könnt euch Stunden über Stunden im feudalen Japan aufhalten, eure Truppen möglichst effektiv zusammenstellen und ausrüsten und immer mehr Charaktere, Waffen und Ausrüstung freispielen. Durch eine Fülle an Tutorials und einem fairen Schwierigkeitsgrad ist Samurai Warriors 5 auch für Musou-Einsteiger etwas, kann genauso gut aber auch Veteranen bei der Stange bzw. dem Schwert halten. Falls ihr euch für Musous interessieren und noch keins gespielt haben solltet oder einfach nur neues Genrefutter braucht – Samurai Warriors 5 ist euer Spiel!

8.1

Gameplay

8.3/10

Grafik

7.3/10

Sound

8.0/10

Umfang

8.6/10

Pros

  • Sehr viel Content
  • Kurzweilige Action
  • Toller Art-Style in den Cutscenes

Cons

  • Schwankende Performance
  • Wenig Angriffsmöglichkeiten
  • Teilweise Detailarmut
Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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