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Review: The Legend of Zelda: Links Awakening – das Erwachen eines Klassikers

Review: The Legend of Zelda: Links Awakening – das Erwachen eines Klassikers

Nach Breath of the Wild hat Nintendo nun das zweite Zelda-Spiel für die Switch veröffentlicht. Neu ist es allerdings streng genommen nicht, denn bei Links Awakening handelt es sich um ein Remake des alten Gameboy-Klassikers von 1993. Nagt der Zahn der Zeit auch an Link oder kann die Neuauflage auf ganzer Linie überzeugen?

Aus alt mach…alt?

Die Geschichte ist schnell erzählt: Link schippert mit seinem Schiffchen über die Meere, bis ein Sturm aufzieht und das Schiff kentern lässt. Link verliert das Bewusstsein und wird an eine geheimnisvolle Insel namens Cocolint angespült, die er mit Hilfe des Windfisches wieder verlassen kann. Der Windfisch wird aber nur aktiv, wenn man seine acht Instrumente findet und spielt. Also macht man sich als Link auf die Suche nach den Instrumenten und erfährt dabei kleine und große Geheimnisse rund um Cocolint, auf die ich an dieser Stelle aus Spoilergründen nicht eingehen möchte.

Was dieses Spiel aus heutiger Sicht besonders macht ist, dass sich das Gameplay bis auf kleine Komfortanpassungen immer noch wie ein Spiel aus den frühen 90ern spielt. Ihr bekommt keine Tutorials und keine Markierungen auf der Karte, ihr müsst die nächsten Schritte aus teilweise kryptischen Aussagen interpretieren und könnt nur zwischen normalem und schwerem (Heldenmodus) Schwierigkeitsgrad auswählen.
Das fördert aber auch ungemein den Entdeckerdrang, da es keine vorgezeichneten Wege gibt und das Spiel euch nicht an die Hand nimmt. So findet man vielleicht auch mal einen Dungeon, den man bei einem „geführten“ Spiel nicht gefunden hätte. Das hat aber auch den Nebeneffekt, dass man nach einer längeren Pause vielleicht vergessen hat, was als Nächstes zu tun ist bzw. an welcher Stelle im Spiel man denn jetzt war.

Gesteuert wird Link aus einer Top/Iso-Perspektive, halt wie beim Original oder u.a. auch A Link to the Past. Während der Jagd auf die acht Instrumente trifft man – wie sollte es anders sein – auf allerlei Gegner, die variantenreich ausfallen und je nach Region angepasst sind. Ab und zu trifft man sogar Feinde aus dem Mario-Universum, so wie es auch im Original der Fall war. Dabei lässt sich nicht jedes Monster einfach niederknüppeln, für einige Ungetüme und besonders für die Bossgegner muss man sich Taktiken oder zumindest andere Herangehensweisen als das bloße Schlagen zurecht legen, um als Gewinner aus dem Kampf zu gehen. Je nach Anzahl der Gegner auf dem Bildschirm kann es mitunter schon wuselig werden, die knackige Steuerung verhindert aber großenteils unfaire Situationen.
Es gibt eine Schlagtaste (die sich bei Bedarf auch aufladen lässt, so dass Link seine ikonische Drehung vollführt), zwei Tasten, die sich mit Items frei belegen lassen und zwei Schulterbuttons für erworbene Fähigkeiten. Die reduzierte Steuerung ist natürlich dem Gameboy-Vorbild geschuldet, nichtsdestotrotz lässt sich das Abenteuer gerade dadurch sehr direkt steuern und überfordert den Spieler nicht mit überladenen Belegungen.

Worauf man sich einstellen sollte ist viel Backtracking, zumindest wenn man alle Geheimnisse lüften möchte. Die klein wirkende Welt ist auf dem zweiten Blick größer als gedacht, viele Wege müssen öfter beschritten werden, und wenn es nur ist um ein neues Gebiet durch einen neu erspielten Skill freizuschalten.
Der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen, sollte man nicht im Heldenmodus spielen ist das Spiel sehr gut schaffbar, teilweise vielleicht sogar schon zu leicht. Die wahre Schwierigkeit liegt im Erkunden, die Kämpfe sollten eigentlich kaum für Schweissattacken sorgen.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich die Kolissionsabfrage, besonders bei Sprüngen wirkt da für mein Empfinden etwas zu viel Zufall mit, so dass man manchmal nicht weiß, ob ein Sprung über einen Abgrund einfach nicht möglich ist oder es bis jetzt einfach nur nicht geklappt hat.

Als kleines Schmankerl, was für mich allerdings eher in die Kategorie „unwichtig“ fällt, ist der Dungeon-Editor, mit dem ihr eigene Dungeons entwerfen und nach Vorlage bauen könnt, um nach Abschluss dann Belohnungen freizuschalten. Ganz nette Dreingabe, wie gesagt, für mich hatte das Feature aber kein Gewicht.

Technik, die teilweise begeistert

Auf der technischen Seite bringt Links Awakening sowohl Licht als auch den dazugehörigen Schatten mit. Grundsätzlich sieht das Spiel sehr schön aus, die Isoansicht in Verbindung mit der Spielzeugoptik macht einiges her, leider wird das Spielerlebnis von zahlreichen Slowdowns beeinträchtigt, besonders beim Scrollen in einen neuen Bildabschnitt bricht die Framerate gerne mal fast komplett ein. Das ist vor allem sehr schade, da das Spiel sonst grafisch alles richtig macht. Die Lichteffekte in Dungeons sind auch toll umgesetzt und steuern viel zur Atmosphäre bei.

Die Welt ist farbenprächtig und knallig und passt perfekt zu diesem Bonbonlook, der wiederum auch perfekt zu Zelda bzw. Links Awakening passt.

An der Vertonung gibt es (fast) nichts auszusetzen, die Musik passt wunderbar zum Abenteuer (sie könnte aber öfter erscheinen) und auch die Soundeffekte klingen knackig und sauber.

Fazit

Mit Links Awakening hat Nintendo mal wieder gezeigt, warum sie seit Jahrzehnten zu der Elite der Videospielentwickler gehören und es viele andere Studios schwer haben, mit der Qualität von Nintendos First-Party Games mitzuhalten. Das Abenteuer rund um Link und dem Windfisch ist spannend und abwechslungsreich und Cocolint bietet sehr viel Erkundungsfläche. Die Dungeons und Kämpfe sind gut machbar und bieten daher kein großes Frustpotential und mit einer Spielzeit von 10 – 15 Stunden hat man auch genug zu tun, ohne dabei sinnlos vom Spiel beschäftigt zu werden. Einzig die teilweise katastrophale Framerate und die nicht so gelungene Kolissionsabfrage trüben das ansonsten perfekte (Retro)spielgefühl. Für Zelda-Fans eh ein Muss, der Rest der Switchbesitzer sollte sich das Machwerk aber auch unbedingt anschauen!

Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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