1. Review: Destiny 2 – das geplante Destiny 1

Destiny 1 hatte zwei Mal die Chance, mich von sich zu begeistern. Zum Release hatte ich es mir für die XBox One geholt und nach einiger Zeit wieder verkauft, zwei Jahre später hatte ich es gebraucht noch einmal für die PS4 gekauft. Während der erste Versuch nicht wirklich gefruchtet hat, war der Ausflug auf der Playstation schon etwas interessanter für mich – zumindest so sehr, dass ich mich auf Destiny 2 gefreut hatte. Mittlerweile habe ich die Story von D2 durchgezockt, doch hat es sich diesmal für mich gelohnt?

Gut gegen Böse

Die Geschichte ist eine klassische Gut gegen Böse Sci-Fi Story. Wir müssen als Hüter mit Hilfe von unseren Kameraden den Herrscher der Rotlegion, Ghaul, aufhalten, der das Universum mit Hilfe des Lichts unterjochen will. Auch wenn hier nichts Herausragendes erzählt wird, so ist die Saga rund um die Hüter vs. Rotlegion Schlacht schon gut inszeniert und hat mich um ein vielfaches mehr gepackt als noch beim Vorgänger. Wo mich zumindest im ersten Teil die Geschichte kaum bis gar nicht interessiert hat und ich nur leveln des Leveln wegens wollte, so hat mich jetzt interessiert, wie und warum es weitergeht. Gut gemachte Zwischensequenzen geben der Kampagne den nötigen Feinschliff, so dass am Ende ein gut geschnürtes Storypaket rauskommt, was mich um einiges mehr als bei z.B. The Division oder halt dem Vorgänger gefesselt hat.

Viel zu tun – am Anfang

Am Gameplay hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert. Ihr marschiert in Ego-Perspektive durch verschiedene Planeten, sammelt immer besseres Loot, holt euch XP und habt am Ende den stärksten Hüter des Universums geschaffen. Naja, davor gibt es natürlich einiges zu tun. Neben der anfangs erwähnten Story könnt ihr Strikes spielen, die man als Mini-Raids bezeichnen könnte, könnt euch im Schmelztiegel im 4on4 PvP die behelmten Köpfe einschlagen oder im Moment den einzigen richtigen Raid, den Leviathan, im Team zocken. Nebenbei könnt ihr kleine Missionen wie zufällig erscheinende (legendäre) Events abschließen, versteckte Sektoren der Gegner aushebeln und noch einiges mehr.  Das Gunplay funktioniert toll, Bungie weiß einfach, wie man gutes Shooter-Gameplay programmiert (siehe Halo). Jede Waffe fühlt sich anders an und auch der Impact der Waffen auf die Gegner ist schön umgesetzt. Ich bin mittlerweile auf Level 20 (Maximallevel) und habe ein Powerlevel von knapp 250. Sprich: es gibt noch viel zu holen – nur nicht mehr so viel zu tun. Die Missionen und Nebenaufgaben wiederholen sich immer mehr, im Moment wird nur noch wiederholt, damit ich besseres Loot bekomme und endlich den Raid zocken kann. Ansonsten bin ich mit dem Content im Moment gefühlt zu 85% durch, was mich persönlich nicht wirklich stört, da ich ziemlichen Spaß am looten habe. Das könnte aber auch daran liegen, dass Destiny 2 mein erstes „richtiges“ Destiny ist, den ersten Teil habe ich, wie im Teaser geschrieben, kaum gezockt und war dort auch weit vom Maximallevel entfernt. Daher ist Destiny 2 für mich wie ein neues Spiel, nicht wie ein Nachfolger von einem zuletzt von der Community sehr gefeierten Spiel – gerade wegen dem Content, der kurz vor Schluss dazu kam. Ich kann die Kritik von alteingesessenen Destiny-Spielern daher verstehen, mich persönlich betrifft sie aber (noch) nicht, dafür ist das Spielerlebnis zu neu für mich. Ebenso wird öfter kritisiert, dass legendäre Ausrüstung leichter als noch im Vorgänger zu bekommen ist. Auch das kann und wird durchaus so sein, aber auch hier habe ich keinen Vergleich und kann mich deshalb darüber nicht beschweren.

Technisch einwandfrei

Wo wahrscheinlich niemand meckern kann ist bei der Technik. Das Spiel sieht toll aus, Licht- und Schatteneffekte sorgen für eine super Atmosphäre, Explosionen sind im wahrsten Sinne des Wortes bombastisch und auch sonst gibt es kaum was zu meckern. Es kann nur mal vorkommen, dass Texturen erst später richtig geladen sind und die Umgebung daher für ein paar Sekunden verwaschen aussieht, für mich aber verschmerzbar. Außerdem macht dieser absolut geniale Soundtrack alles wett. Manche Stücke kommen locker an große Hollywood-Produktionen ran und unterstreichen die Action auf dem Bildschirm grandios, man fühlt sich dann wirklich wie in einer großen Weltraumschlacht. Die Synchro der Charaktere ist auch gelungen, hier kann man durchaus mit deutscher Sprache spielen, ohne Qualitätseinbußen befürchten zu müssen.

(Vorläufiges) Fazit

Ein endgültiges Fazit zu Destiny 2 möchte ich noch nicht abgeben. Da es sich um ein MMO handelt und der noch erscheinende Content natürlich eine große Rolle spielt, muss man abwarten, was da von Bungie noch nachgeschossen wird. Für mich als „Neuling“ ist das Spiel im Moment noch unglaublich fordernd und auch motivierend, da ich auch nicht weiß, was es beim Vorgänger alles gab und ich jetzt vermissen könnte. Die technische Umsetzung des Spiels ist meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht groß zu kritisieren, da wird Bungie seinem Ruf mal wieder gerecht und sorgt für eine mega Kulisse. Ich werde in nächster Zeit mal ein Update posten, mal schauen ob Bungie mich weiter bei der Stange halten kann, so wie sie es jetzt im Moment auch schaffen.