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Review: Gears of War 4 – Microsofts Chainsaw Massacre

Ein bedrohliches Rattern liegt in der Luft. Kurz darauf wird aus dem Rattern ein lautes Sägegeräusch, Fleischfetzen fliegen durch die Luft, ein Körper fällt in zwei Teilen zu Boden.  Gears of War Spielern sollten Szenen wie diese mehr als bekannt vorkommen. Im Oktober letzten Jahres bescherte The Coalition den Fans und Interessierten dann den vierten Teil, der zumindest zu Beginn für GOW einen unkonventionellen Weg geht und das eingangs erwähnte Szenario nichtig macht.

Im vierten Ableger der Metzger-Simulation übernehmen wir die Rolle von J.D. Fenix, Sohn des berühmten Marcus Fenix, der sich mit seinem Buddy Del den Outsidern anschließt – eine Gruppe von, nun ja, Außenseitern, die sich gegen das KOR-Regime stellen. Die beiden treffen während ihres Widerstandes auf die junge Kait und ihrer Mutter Reyna, die den Widerstand anführt. Komplettiert wird die Truppe von Kaits Onkel Oscar, einem alten Kriegsveteran. J.D.s Vater tritt auch noch in Erscheinung, in welchem Ausmaß sei an dieser Stelle mal nicht erwähnt.

Die erste Hälfte des Spiels behandelt den Guerilla-Krieg der Outsiders gegen die KOR, die mit Mechs und Robotern den Kampf gegen den Spieler aufnehmen, was einen großen Bruch zu den Vorgängern darstellt. Während man sich damals noch durch Locust geballert und -schnetzelt hat, muss man nun Blechbüchsen zu Schrott verarbeiten. Ich empfand das aber zu keiner Zeit als störend oder unpassend, im Gegenteil: nach drei Teilen ist es eine gelungene Abwechslung, nicht immer gegen die selben Gegnertypen ballern zu müssen, vor allem da ab der zweiten Hälfte auch wieder Locust/Schwarm Kanonenfutter auftritt.

Am Gameplay selber hat sich nicht viel geändert. Es wird immer noch in Deckung gegangen und von dort aus geballert und Metall oder Fleisch mit der Säge oder anderen Nahkampfwaffen malträtiert. Das Waffenarsenal wurde um einige Exemplare erweitert, u.a. einem Sägeblattwerfer oder einem Ionen-Gewehr. Ansonsten findet man die klassischen Schießeisen wie Sturmgewehr, Schrotflinte und Revolver. Das Nachladespiel wurde von den Vorgängern übernommen, wer im richtigen Moment den Reload-Button drückt bekommt einen Angriffsbonus auf sein eingelegtes Magazin.

Die Gears of War typischen Ballerpassagen werden durch Fahrzeugsequenzen aufgelockert, eine schöne Abwechslung zu den sonst “eintönigen” Schusswechseln. Eintönig in Anführungszeichen, da man im Prinzip immer das selbe macht, es aber dennoch bespaßt. Man betritt einen Bereich, kämpft sich durch Horden von Gegnern, läuft durch schlauchige Gänge zum nächsten Bereich und wiederholt die Prozedur. Da sich die Gegner aber ziemlich clever verhalten (ich hab’s auf “Hardcore” durchgezockt) muss man oft taktisch vorgehen und von Deckung zu Deckung rushen – einfaches Verschanzen wird oft mit dem Tod bestraft.

Was mich allerdings richtig genervt hat waren die Gewitterstürme. Es kommt öfter mal im Spiel vor, dass eine Sturmfront aufzieht, die mit starken Windböen Waffen und Umgebung manipuliert. Granaten werden vom Wind abgelenkt und es können herumfliegende Objekte als übergroße Geschosse missbraucht werden.  Das ist ein spaßiges Feature. Was nicht so spaßig in diesem Zusammenhang ist sind die mit dem Wind einhergehenden Blitze. Diese Stellen haben mir einige Nerven geraubt, das es mir keinen Spaß gemacht hat, die Pfade der Einschläge auswendig zu lernen.

Den Multiplayer habe ich mir nur kurz angeschaut und dort auch nur Team-Deathmatch gezockt, allerdings fiel mir da auch nicht viel Neues im Vergleich zu den Vorgängern auf und bietet einfach immer noch mehr als solide Mehrspieler-Action. Da werde ich auf jeden Fall öfters reinschauen, die ca. 5 Matches, die ich absolviert habe, haben auf jeden Fall gut Laune gemacht.

Gears Of War 4 bietet altbekannte Hirn-aus-Action mit einigen Neuerungen, die sich meiner Meinung nach gut ins Spiel einfügen. Das was ich bei einem Gears Of War erwartet habe habe ich auch bekommen und hatte in der Kampagne ca. 8 Stunden meinen Spaß. Für alle Gears Fans eigentlich ein Muss, Actionfreunde sollten sich das Ding auf jeden Fall mal anschauen.

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