Review: Super Bomberman R – Bombenstimmung im Multiplayer

Die Bomberman Reihe kann auf eine lange Historie blicken. 1983 haben die kleinen Männekes zum ersten Mal Gegner und Level in ihre Einzelteile pulverisiert, 34 Jahre später wird nun auf der Nintendo Switch gebombt. Aber kann Konami dem mittlerweile stark strauchelnden Franchise neues Leben einhauchen? Oder handelt es sich bei Super Bomberman R eher um einen Blindgänger?

Save the planets

Super Bomberman R spendiert den Spielern neben dem obligatorischen Multiplayer-Spaß auch eine Kampagne, die im alleine oder im Koop gespielt werden kann. Die Story dazu ist schnell erzählt: eine Truppe von bösen Typen unterjocht verschiedene Planeten, wir als Bomberman Rangers (daher das R im Titel) müssen diesen teuflischen Plan natürlich verhindern. Wer eine anspruchsvolle Geschichte sucht, der ist bei dem Spiel am falschen Ort, was aber auch zu erwarten war. Die Aufmachung der Kampagne ist aber durchaus nett, so werden Zwischensequenzen in einer Art Anime erzählt – das versprüht durchaus Charme und macht das ganze Spieluniversum ziemlich sympathisch.

Die Kampagne an sich besteht einfach aus lose zusammenhängenden Missionen. Ihr kommt in Bomberman-typische Arenen und müsst dann eine bestimmte Anzahl von Gegnern töten oder verschiedene Schalter drücken. Am Ende einer solchen Missionsreihe trefft ihr dann auf einen Boss, den ihr in die ewigen Jagdgründe befördern müsst. Anders als in den normalen Leveln, die nur Bewegungen nach oben, unten, links und rechts zulassen, so könnt ihr euch in den Bosskämpfen auch diagonal bewegen. Da die Level und Bossbattles allerdings nicht wirklich vor Orginalität sprudeln, verpasst man ehrlich gesagt nichts, wenn man die Kampagne jetzt einfach lieber bei Seite lässt und sich das Spiel nur wegen den Multiplayer-Schlachten holt – denn dort kann es punkten.

Rudelbomben für jedermann

Der Mehrspielermodus von Super Bomberman R verspricht erst einmal nichts neues. Ihr könnt euch wahlweise mit vier oder acht Leuten in einer Arena batteln und dabei verschiedene Powerups wie mehrere Bomben, höhere Sprengkraft oder die Möglichkeit, Bomben wegzukicken, einsammeln. Es stehen mehrere Arenen zur Verfügung, die sich in Größe und Gimmick unterscheiden – mal spielt ihr in einem Lava-Level, mal lässt sich der Boden direkt mitsprengen. Wo es meiner Meinung nach bei acht Spielern sehr schnell unübersichtlich werden kann, so kann man beim 4-Spieler-Modus richtig schön taktieren und tolle Spielzüge ausspielen. Allerdings muss ich dazu erwähnen, dass ich den 8-Spieler-Modus mit CPU Gegnern aufgefüllt habe. Sollte man tatsächlich acht Leute zusammenbekommen, so macht es sicherlich auch so viel Spaß. Schön ist, dass man pro Spieler nur einen Joycon braucht, da man bis auf das Steuerkreuz und zwei Tasten nichts braucht, was gerade für Anfänger von Vorteil ist. So ist das Spiel schnell zu erlernen und eigentlich kann jeder sofort loslegen – ein ganz großer Vorteil von Super Bomberman R.

Ganz nett ist das Feature, dass man die Möglichkeit hat, nach dem Ableben wieder ins Spiel zurück kommen zu können, in dem man vom Spielfeldrand Bomben wirft und ein erfolgreicher Kill zur Wiederbelebung führt. So kann selbst ein zu Beginn gestorbener Bomberman wieder ins Spiel kommen und doch noch den Sieg holen.

Für schnelle Multiplayerrunden ist Super Bomberman R wirklich gut geeignet, da gibt es von mir ganz klar ein Daumen hoch.

Die Technik ist zweitrangig

Technisch gewinnt SBR sicherlich keinen Preis. Die Grafik erfüllt ihren Zweck (mittlerweile läuft das Spiel auch mit 60fps), haut aber keinen vom Hocker – was ich aber bei so einem Spiel auch nicht wirklich wichtig finde. Selbiges gilt auch für die Soundkulisse. Manche Sounds oder Musikstücke können mit der Zeit etwas nervig werden, ansonsten gibt es hier auch nicht wirklich was erwähnenswertes zu erzählen. Gerade wenn man mit mehreren Leuten spielt werden die Spielsounds eh ziemlich schnell zweitrangig wahrgenommen, da kommt es dann doch eher auf den Trashtalk untereinander an. Ein technischer Aspekt, der sich durch ein Update verbessert hat: der Online-Modus. Mittlerweile läuft das Spiel ziemlich flüssig, Input-Lags gibt es nur noch selten. Da hat Konami sich die Kritik, die bei Release zurecht aufkam, zu Herzen genommen und gute Arbeit geleistet.

Fazit

Für spaßige Multiplayerrunden (off- und online) ist Super Bomberman R super geeignet, nur für die Kampagne wäre mir das Geld aber zu schade. Das leicht zu erlernende Gameplay und das Potential, Freundschaften zu zerstören, sind dabei ganz klare Pluspunkte. Falls ihr also mal genug von Mario Kart 8 Deluxe haben solltet und etwas frischen Multiplayer-Wind in eure Konsole bringen wollt, dann schlagt zu. Allerdings würde ich vielleicht noch etwas warten, bis man sich das Spiel bei einem Sale schnappen kann, als Vollpreistitel ist es meiner Meinung nach etwas zu teuer.