Rückblick: Mortal Kombat Legacy – eine würdige Videospielverfilmung

Bei dem Thema „Videospielverfilmungen“ stellen sich bei vielen Gamern zu Recht die Nackenhaare auf – man denke nur an die grausame Resident Evil Reihe, die mehr schlechten als rechten Silent Hill Teile oder die lahme Max Payne Verfilmung. Als langjähriger Mortal Kombat Fan hat es mich persönlich sehr enttäuscht, dass die beiden Filme damals auch keine Meisterwerke waren. Der erste Teil war zumindest noch ganz akzeptabel, wenn man seine Ansprüche runtergeschraubt hatte, der zweite Teil, Annihilation, war hingegen Grütze allerfeinster Güte und ohne Alkohol und/oder Drogen kaum zu ertragen. Es gab dann noch die Conquest Serie, die sogar zeitweise im deutschen Free-TV lief und man sich unter Umständen anschauen konnte und die schlechte Comicadaption Defenders of the Realm, die im Prinzip eigentlich nur Datenmüll war.

Als man die Hoffnung auf eine Filmadaption also schon aufgegeben hatte und auch die Gerüchte um neue MK Filme keine Jubelstürme mehr auslösen konnten, da erschien auf YouTube plötzlich ein Kurzfilm mit dem Titel Rebirth. Der Streifen wagte einen realistischeren Blick auf das Mortal Kombat Universum und verzichtete auf Fantasy-Elemente, konnte mit Michael Jai White sogar einen namhaften Darsteller aufweisen und überzeugte mit einem gelungenen Transfer der Geschichte in die heutige Zeit. Hier könnt ihr euch den Film anschauen:

Zu diesem Zeitpunkte wusste man noch nicht, ob das jetzt ein tatsächlich „nur“ Kurzfilm ist, ein Trailer/Teaser für einen kommenden Film oder eine Ankündigung für ein neues Spiel. Diese Unwissenheit, gepaart mit der unerwartet guten Qualität des Films, ließ uns Fans natürlich dann doch wieder aufhorchen und hoffen – kommt da tatsächlich doch was Gutes auf uns zu?

Und nach nicht ganz einem Jahr nach Release von Mortal Kombat: Rebirth passierte dann tatsächlich was: Machinima und Warner veröffentlichten auf Machinimas YouTube Channel die erste Folge von Mortal Kombat: Legacy. Diese Webserie beschäftigt sich mit den Origin Stories der Charaktere, streut dabei aber auch – anders als noch Legacy – immer wieder Fantasyelemente mit ein. Legacy staubte fast durchgehend gute Bewertungen ab und auch ich als Mortal Kombat Fan muss sagen, dass da wirklich gute Arbeit geleistet wurde. In manchen Situationen (besonders in den erwähnten Fantasyszenen) merkt man das geringe Budget schon, dennoch macht Director Kevin Tancharoen einen mehr als guten Job und konnte sogar Serien(mit)erfinder Ed Boon überzeugen, der über Annihilation noch sagte, dass das der absolute Tiefpunkt im MK Universum sei (MK: Special Forces, MK Mythologies: Sub-Zero und MK4 eingeschlossen!). Die Serie war sogar so beliebt, dass die beiden Staffeln (Staffel 1 mit 9 und Staffel 2 mit 10 Folgen, ca. 10 Minuten Laufzeit pro Folge) nachträglich noch als Blu-Ray released wurden.

Falls ihr also mal eine gute Videospielverfilmung anschauen wollt, dann schaut euch Mortal Kombat: Legacy an. Staffel 1 könnt ihr euch hier reinziehen: