Hidden Gem der Woche #2: Wu-Tang: Shaolin Style

Plattform: Playstation
Erscheinungstermin: USA: 30. November 1999 / Europa: 1999 / 29. Juni 1999
Genre: Fighting
Developer: Paradox Development
Publisher: Activision (Success für Japan)

Den älteren Semester unter uns, die ihre Jugendzeit mit der PS1 verbracht haben und ein Faible für verbotene Spiele hatten, wird der Name „Thrill Kill“ wohl ein Begriff sein. Das Beat-‚em-Up sorgte 1998 für einiges an Gesprächsstoff und gilt wohl bis heute als eines der speziellsten Playstation Spiele, besonders auf Grund der Geschichte, die dieses Machwerk begleitet. Durch die exzessive Gewalt und die sehr sexualisierte Darstellung der Kämpfer, Moves und auch Fatalities wurde Thrill Kill kurz vor Fertigstellung auf Anweisung von EA eingestellt, sehr zum Ärger von Entwickler Paradox.

Doch Paradox hatte zwei Asse im Ärmel. Zum einen wurde die fast fertige Version von Thrill Kill von Paradox Entwicklern selber zum Download auf Rom-Seiten angeboten, um so eine gewisse Legacy aufzubauen. Thrill Kill war in aller Munde und hatte den Ruf, das zur Zeit brutalste PSX-Spiel auf dem Markt zu sein, ohne wirklich auf dem Markt zu sein – halt wegen seiner Gewalt. Dazu kam, dass das Spiel rein vom Gameplay-Aspekt gute Previews erhalten hatte und als durchaus ambitioniert galt. Auf dieser Grundlage konnte man also aufbauen, was Paradox schließlich auch tat und dem Beat-‚em-Up eigentlich nur einen neuen Anstrich verpasste, ohne das Gameplay großartig anzufassen. Und so wurde Wu-Tang: Shaolin Style geboren.

Wu-Tang: Shaolin Style ist ein Fighting-Game, bei dem 2 bis 4 Kämpfer in einer quadratischen Arena gegeneinander kämpfen und sich am Ende jedes Kampfes mit Fatalities aus dem Leben kloppen. Genrebedingt könnt ihr Kombos aneinanderreihen, Würfe ausführen oder ein Powerbalken aufladen, der eure Angriffe stärker werden lässt. Durch die bis zu vier Kämpfer im Ring kann es schon sehr unübersichtlich und chaotisch werden, was aber besonders gegen menschliche Mitspieler auch für einen Boost an Spielspaß und Schadenfreude sorgen kann. Positiv ist auch der Story-Mode zu erwähnen, der nicht nach dem klassischen „Kämpfe dich durch 10 Matches und triff dann auf den Boss“-Modus funktioniert, sondern man 36 Kammern klären muss (die Zahl 36 kommt einerseits vom Wu-Tang Clan Debutalbum „Enter the Wu-Tang (36 Chambers)“ als auch dem Kung-Fu Film „The 36th Chamber of Shaolin“ – auf den sich dann auch wieder das Wu-Tang Album bezieht), die alle unterschiedliche Herausforderungen und Belohnungen beinhalten. Kritisiert wurden damals die instabile Framerate, die nicht immer reagierende Steuerung und die steile Lernkurve des Spiels.

Das besondere Schmankerl des Spiels war aber, wie der Name schon groß herausposaunt, der Auftritt des Wu-Tang Clans. RZA, GZA, Method Man oder auch ODB – jedes Mitglied zum damaligen Zeitpunkt war spielbar, alle mit unterschiedlichen Movesets und Finishern. Für ein Lizenzprodukt abseits des Sportbereichs wurde die Lizenz wirklich gut ein- und passend zum Mythos Wu-Tang Clan umgesetzt. Für viele gerade jüngere Zocker hat sich Def Jam: Fight for NY als das erste Fightinggame mit rappenden Kollegen ins Hirn gebrannt – doch schon fünf Jahre zuvor hat der Clan aus New York Playstations weltweit mit einem durchaus spaßigen Brawler unsicher gemacht.

Über Pat 154 Artikel
Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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