Kolumne

Mein Wunsch für ein Resident Evil Remake

Mein Wunsch für ein Resident Evil Remake

Resident Evil 1, 2, 3 und demnächst auch 4 und eventuell Code Veronica wurden oder werden noch als Remake neu veröffentlicht. Während ich die Neuauflagen von Teil 1 und 2 sehr gelungen fand, so war Teil 3 für mich schon enttäuschend – lest dazu gerne mein Review. Doch zwischen all den Teilen würde ich mich über ein Remake besonders freuen, auch wenn es wahrscheinlich nicht geplant ist: Resident Evil Outbreak.

Resident Evil Outbreak und Outbreak File 2, der Nachfolger von Outbreak, waren gameplaytechnisch prinzipiell klassische Resi-Spiele. Ihr lauft durch verschiedene Gebäudekomplexe, löst Rätsel, tötet Monster und versucht am Ende aus dem Gebiet zu entkommen, was meist auf einen Bosskampf hinausläuft. Es gibt jedoch einige Unterschiede zu der Hauptreihe: ihr habt die Wahl zwischen acht verschiedenen Charakteren, die unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. So besitzt der Polizist Kevin zum Start des Spiels eine Handfeuerwaffe, U-Bahn Mitarbeiter Jim kann durch Markierungen auf der Karte dafür schneller wichtige Items entdecken und sich tot stellen. Eine weitere Änderung ist die Unterteilung in sich abgeschlossene Kapitel, die nicht miteinander zusammenhängen. Jedes Szenario wird mit einem kleinen Videoschnipsel eingeleitet, das die Rahmenhandlung des Kapitels kurz erläutert. Es gibt keine persistenten Bosse oder Antagonisten, jede Story steht für sich alleine. Was Outbreak ebenfalls von den “richtigen” Teilen unterscheidet ist die Gefahr einer Zombiemutation durch den T-Virus. Ihr tragt ab Beginn eines Levels einen kleinen Prozentsatz an Viren in euch, der im Laufe der Zeit immer größer wird und durch Angriffe von Monstern ebenfalls signifikant steigt. Liegt die Virenlast bei 100% verwandelt ihr euch in einen Untoten und könnt die Mission nicht mehr beenden. Doch warum sollte ich mich in einen Zombie verwandeln können, wenn das Spiel mit meinem Tod eh nicht mehr abschließbar ist? Weil, und das ist der große Gamechanger bei Outbreak, das Spiel ein Online Resident Evil ist bzw. war, da die Server abgestellt wurden. Ihr seid also mit eurer Truppe von vier Leuten durch die Räume gewandert, habt Items gesammelt und getauscht, Zombies verprügelt und gemeinsam Rätsel gelöst. Den Survival-Horror konnte man zwar auch alleine erleben, hat aber die komplette Faszination aus dem Spiel genommen.

Leider wurde Resident Evil Outbreak nach File 2 eingestellt, da es nicht die erwünschten Verkaufszahlen geliefert hat. Und das liegt meiner Meinung nach daran, dass das Spiel zu einem falschen Zeitpunkt veröffentlicht wurde. Online Gaming war auf der Playstation 2, auf der die Reihe erschien, zwar schon möglich, wurde aber bis auf einige Ausnahmen kaum genutzt. Ja, beispielsweise PES oder auch Socom wurden schon ganz gut frequentiert, wirkliche Spielermassen hat man mit dem Service aber noch nicht angezogen. Zumal REO das Problem hatte, dass die Server nicht sauber liefen und es auch für jede Region eigene Ökosysteme gab. Europäer blieben also unter sich, was der Spielerzahl bei so einem Nischenspiel natürlich nicht zuträglich war. Ich war damals wirklich traurig, dass das Spiel nicht wirklichen Anklang fand oder finden konnte und deshalb auch relativ schnell wieder gestorben ist und wie bereits erwähnt, alleine hat das Spiel nicht annährend so viel Spaß gemacht wie im Team.

Die danach erschienenen Resident Evil Online Games sind alle gefloppt und haben meist vernichtende Kritiken erhalten, aktuell warten die Fans ja auf Re:Verse, das schon wieder verschoben wurde. Dabei würde ich lieber so gerne ein Remake von Outbreak spielen, dass das Gameplay vom klassischen RE ins Netz bringt. Da das Spiel in Szenarien aufgeteilt ist könnte man Stück für Stück neue Kapitel als DLC nachschießen und Onlinegaming ist mittlerweile ja eh präsenter denn je. Dazu kommt, das Spiele, die klassische Survival-Horror Games neu aufleben lassen – Tormented Souls als Beispiel – sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Capcom könnte das Spielprinzip natürlich auch im Stile eines RE2 Remakes neu aufleben lassen. Das würde sowohl neue Spieler, die nichts mit den alten “Tank-Control bei festen Kamerapositionen”-Resident Evils anfangen können, als auch alte Hasen, die mit den klassischen Teilen groß geworden sind, hinter dem Ofen hervorlocken.

Für mich wäre Outbreak dass meistgewünschte Remake der letzten Zeit, noch vor Resident Evil 4. Das originale RE4 funktioniert auch heute noch sehr gut und würde bis auf das grafische Update kaum von einem Remake profitieren. Resident Evil Outbreak ist zur falschen Zeit erschienen und könnte nun noch einmal groß auftrumpfen. Capcom, bitte tut es!

Pat

Kommt aus Essen und zockt gerne mal, am liebsten Multiplayer- und Horrorgames.

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